Forschungszentrum Generationenverträge

der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg - Direktor: Prof. Dr. Raffelhüschen

Alterssicherung

Alterseinkommen

Die Alterssicherung in Deutschland basiert auf dem so genannten Drei-Säulen-System, bestehend aus den öffentlich-rechtlichen Pflichtsystemen sowie der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. In welcher Höhe die einzelnen Teilsysteme zur monetären Absicherung im Alter beitragen ist insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland regelmäßiger Bestandteil sozialpolitischer Diskussionen. Dies liegt vor allem an der unterschiedlichen Systematik der zugrundeliegenden Finanzierungsverfahren. So ist die erste Säule vorrangig umlagefinanziert, während die zweite und dritte Säule zumeist kapitalgedeckt sind. Das FZG untersucht die langfristige Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) und bewertet die Chancen und Risiken sowohl des Umlage- als auch des Kapitaldeckungsverfahrens.

Wie obige Abbildung zeigt, stammen etwa 85 Prozent der Alterseinkommen heutiger Rentnergenerationen aus der ersten Säule, die kapitalgedeckten Säulen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge tragen jeweils nur etwa fünf bzw. zehn Prozent zu den Alterseinkommen bei. Die reformbedingten Einschnitte in das Leistungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung machen allerdings eine Umgewichtung innerhalb der Säulen erforderlich. Hierzu hat der Gesetzgeber parallel zu den Rentenreformen seit der Jahrtausendwende weitreichende Fördermöglichkeiten (z.B. Entgeltumwandlung und Riesterrente) geschaffen. Ein Blick ins Ausland zeigt, dass eine andere Gewichtung der einzelnen Säulen durchaus möglich ist. So haben insbesondere in den Niederlanden, in der Schweiz und in den USA die kapitalgedeckten Säulen jeweils Anteile von 50 Prozent oder mehr. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Zahlen zur Aufteilung im Drei-Säulen-System international nur eingeschränkt vergleichbar sind. So werden beispielsweise unterschiedlich enge Abgrenzungen der privaten Altersvorsorge vorgenommen. Die grundsätzliche qualitative Aussage der Abbildung ist davon allerdings unberührt.

Ebenfalls zum Forschungsschwerpunkt Alterssicherung gehören aktuelle Themen der betrieblichen und privaten Altersvorsorge, so etwa die Frage der Auswirkungen der Sozialabgabenfreiheit der Entgeltumwandlung auf die Sozialversicherungssysteme und die Frage, wie hoch die zusätzliche kapitalgedeckte Ersparnisbildung einzelner Kohorten sein muss, um die Leistungsrücknahmen der GRV zu kompensieren.

Betreuende Mitarbeiter: Arne Leifels, Christoph Müller, Stefan Moog

Publikationen aus dem Forschungsbereich Alterssicherung