Demografie und Arbeitsmarkt
Die wichtigsten Bestimmungsfaktoren für die Entwicklung einer Bevölkerung und damit die Grundlage für fundierte Bevölkerungsprognosen sind Gesamtfertilitätsrate, Lebenserwartung und Wanderungsbewegungen. Das Zusammenwirken dieser drei Elemente wird in Deutschland dazu führen, dass die Bevölkerung bis zum Jahr 2100 zurückgehen wird. Im gleichen Zeitraum verschiebt sich die Altersstruktur, was sich im so genannten Altenquotienten widerspiegelt. Die nebenstehende Abbildung zeigt den Altersaufbau der deutschen Bevölkerung in den Jahren 1950 und 2005 sowie die prognostizierte Bevölkerungsstruktur des Jahres 2050. Grundlage der Prognose ist die 11. koodinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts, Variante 1_W2. Es zeigt sich deutlich, wie es v.a. durch die weiter steigende Lebenserwartung zu einer drastischen Alterung der deutschen Bevölkerung kommt. Während die Lebenserwartung eines heute neugeborenen Mädchens (Jungen) bei 81,1 (76,2) Jahren liegt, wird sie bis 2050 voraussichtlich um mehr als sechs Jahre auf dann 88,0 (83,5) zunehmen.
Der Arbeitsmarkt ist der Deutschen „Sorgenkind Nr. 1“. Der Rückgang sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse sorgt dabei ebenso für Schwierigkeiten wie die dauerhaft hohe Zahl an Langzeitarbeitslosen. Neben den strukturellen Probleme leidet der Arbeitsmarkt dabei unter einem Vermittlungsproblem. In der Vergangenheit wurde daher versucht, durch die Hartz-Gesetze die Anreize zur Arbeitsaufnahmen zu verbessern. Kernstück dieser Gesetzgebung ist die Zusammenlegung von Arbeits- und Sozialhilfe, besser bekannt unter dem Label „Hartz IV“. Das FZG bettet die Sozialhilfe in ihren systematischen Kontext ein und erarbeitet eigene Vorschläge für eine Umgestaltung des Systems der Grundsicherung. Die heutigen Arbeitsmarktprobleme werden sich in der Zukunft aufgrund des demografischen Wandels möglicherweise deutlich verändern. Während beispielsweise ältere Arbeitnehmer aktuell noch mehr oder weniger massiv aus dem aktiven Erwerbsleben gedrängt werden, werden der Bevölkerungsrückgang und die Verschiebungen in der Altersstruktur der deutschen Bevölkerung künftig zwangsläufig zu einem beschäftigungspolitischen Umdenken führen. Damit geht aber auch eine grundsätzliche Veränderung der Rollenverteilung in der deutschen Gesellschaft einher. Die ökonomische Bedeutung der Zielgruppe 50+ wird relativ zu derjenigen der 20-49-jährigen steigen. Das FZG untersucht in diesem Kontext nicht nur die demografische Entwicklung an sich, sondern analysiert auch die daraus resultierenden volkswirtschaftlichen Konsequenzen.
Betreuende Mitarbeiter: Johannes Vatter
Publikationen aus dem Forschungsbereich Demografie und Arbeitsmarkt