Gesundheitspolitik
Gesundheit ist ein Thema, das jedermann betrifft. Im Gegensatz zu vielen anderen (wirtschafts-)politischen Themen, hat jedermann "Gesundheit" sprichwörtlich bereits am eigenen Leib erlebt. Entsprechend Schopenhauers Worten "... ohne Gesundheit ist alles nichts" wird um gesundheitspolitische Themen zum Teil heftig diskutiert und gerungen.
Die Behandlungsmöglichkeiten nehmen ständig zu, so dass die Menschen in unserer Gesellschaft immer älter werden. Diese erfreuliche Entwicklung geht mit der Tatsache einher, dass immer mehr Geld für Gesundheit ausgegeben wird, was auch die wachsende Präferenz der Bevölkerung für das Gut "Gesundheit" widerspiegelt. Somit ist das Problem eben nicht, dass immer mehr Geld für Gesundheit ausgeben wird, sondern wie diese steigenden Ausgaben finanziert werden - derzeit mit unangenehmen Nebeneffekten für den Arbeitsmarkt oder die Handlungsmöglichkeiten des Staates. Denn Fakt ist: Ohne weitere, einschneidende Reformen wird sich der Trend steigender öffentlicher Gesundheitsausgaben nicht nur fortsetzen, sondern aufgrund des demografischen Wandels sogar beschleunigen. Neben dem demografischen Wandel kommt - im Gegensatz bspw. zur gesetzlichen Rentenversicherung - im Gesundheitswesen noch der medizinisch-technische Fortschritt als weiterer, ausgabensteigender Faktor hinzu. Dieser hat bereits in der Vergangenheit, unabhängig vom demografischen Wandel, zu einer stetigen Zunahme der öffentlichen Gesundheitsausgaben als Anteil am BIP geführt. Die obenstehende Abbildung verdeutlicht diesen zusätzlichen Kostendruck im Gesundheitswesen anhand der Beitragsatzentwicklung in den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung. So zeigt sich nach Berechnungen des FZG, dass der GKV-Beitrag ohne die explizite Berücksichtigung der kostensteigernden Effekte des medizinisch-technischen Fortschritts bis zum Jahr 2050 auf dann ca. 19,6 Prozent ansteigen wird. Der Kostendruck führt zu einer zusätzlichen Dynamik und treibt den GKV-Beitrag langfristig um weitere neun Prozentpunkte nach oben.
Das FZG versucht die zukünftigen, öffentlichen Ausgaben im Bereich Gesundheit zu quantifizieren und analysiert die Wirkungsweise von Reformoptionen aus Sicht der fiskalischen Nachhaltigkeit. Zudem erarbeitet das FZG eigene Vorschläge für eine nachhaltige Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems.
Betreuende Mitarbeiter: Tobias Hackmann, Christian Hagist, Klaus Kaier